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Der Seniorenbesuchsdienst Klingelzeichen geht „grün“

14. September 2026

Nachhaltigkeit, Umwelt und Gesundheit im Alter

Auch im Alltag, bei Veranstaltungen und in der Begegnung zwischen Freiwilligen und Senior:innen – also in den Patenschaften – gibt es etliche Möglichkeiten, bewusst(er) mit der Umwelt umzugehen und gleichzeitig etwas für die eigene Gesundheit und Lebensqualität zu tun.
Beim Seniorenbesuchsdienst Klingelzeichen greifen wir diese Themen auf unterschiedliche Weise auf und versuchen, sie passend zu unseren bestehenden Leistungen und Angeboten, zum Tagesgeschäft und gemeinsam mit den Freiwilligen und Senior:innen zu berücksichtigen.

Nachhaltigkeit bei unseren Veranstaltungen

Bei unseren Veranstaltungen achten wir möglichst darauf, ressourcenschonend zu arbeiten. So verwenden wir beispielsweise wiederverwendbares Geschirr statt Einweggeschirr aus Plastik, verzichten auf Fleisch und versuchen, möglichst Bio-Produkte einzukaufen, beispielsweise Bio-Milch oder Fairtrade-Kaffee.
Bei den Bingo-Nachmittagen spielt Nachhaltigkeit eine besondere Rolle. Gerade die Bingo-Veranstaltungen kommen gut an und erreichen relativ viele Freiwillige und Senior:innen. Bei der Auswahl der Preise setzen wir zunehmend auf Dinge, die nachhaltig, gebraucht oder selbstgemacht sind. Dazu gehören beispielsweise selbstgemachte Marmeladen, gebrauchte Bücher, Pflanzen oder Blumensamen – oder auch Einkaufsnetze, Bienenwachstücher oder Sattelschoner. So wird Nachhaltigkeit – so hoffen wir – ganz nebenbei Teil eines geselligen und unterhaltsamen Bingo-Nachmittag.

Gesund durch heiße Tage

Hitze und die zunehmend hohen Temperaturen betreffen ältere Menschen in besonderem Maße. Deshalb haben wir das Thema Hitze und Gesundheit im Alter in unsere Angebote aufgenommen. Bei dem bundesweiten Hitze-Aktionstag am 8. Juni 2026 konnten sich Besucher an unserem Informationsstand über Möglichkeiten informieren, gut durch heiße Tage zu kommen. Dabei gab es unter anderem:

  • kleine Sprühfläschchen zur Abkühlung,
  • Informationsmaterial,
  • Informationen zum Trinken und Mitmach-Aktionen zum Trinkverhalten sowie
  • eine Stadtkarte zum Selbstausfüllen und Austauschen mit kühlen und empfehlenswerten Orten sowie Hitze-Hotspots in Halle.

Die Materialien und die Hitzekarte nehmen wir auch zu weiteren Veranstaltungen, z.B. zum Sommerpicknick oder auch zum Stadtteilfest in der Silberhöhe am 4. Juli 2026, mit und kommen so mit älteren Menschen, den Freiwilligen und mit Bürger:innen der Stadt Halle über das Thema ins Gespräch.

Nachhaltigkeit und Gesundheit zum Thema machen

Bei unseren Austausch- und Stadtteiltreffen greifen wir regelmäßig Themen rund um Umwelt, Nachhaltigkeit und Gesundheit auf. Die Stadtteilvermittler:innen tauschen sich dabei alle zwei Monate mit den Freiwilligen aus und diskutieren u.a. Fragen, was an heißen Tagen für ältere Menschen wichtig ist? Oder wie Senior:innen im Alltag unterstützt werden könnten? Außerdem wurden Erfahrungen und Ideen der Freiwilligen selbst ausgetauscht, zum Beispiel zu Ernährung, Bewegung oder einem nachhaltigeren Alltag. Letztlich geht es allerdings nicht darum, fertige Lösungen vorzugeben, sondern eigene Erfahrungen und praktische Ideen miteinander zu teilen. So sammeln wir zum Beispiel Tipps und einfache Rezepte,, empfehlen passende Begegnungsorte oder machen auf Aktionen und Veranstaltungen aufmerksam. Dafür nutzen wir verschiedene Informationswege: In unserem monatlichen Newsletter informieren wir die Freiwilligen über Veranstaltungen, Aktionen und Neuigkeiten aus dem Projekt und teilen dabei auch Hinweise auf nachhaltige Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten, u. a. die Aktion „STADTRADELN“ oder die Bürgerbeteiligung zum Klimakonzept.

Auch über den Chatkanal der Freiwilligen-Agentur „Engagiert-in-Halle“  teilen wir Informationen, Tipps und Hinweise rund um Nachhaltigkeit, Umwelt und Gesundheit. Wir möchten die Themen gern immer wieder in den Alltag der Patenschaften bringen und besonders im Austausch mit den Freiwilligen aufgreifen, möglichst unkompliziert, niedrigschwellig, praktisch und vor allem nicht belehrend.

Kleiner Balkon, große Wirkung

Mit unserem Projekt „Grünes Klingelzeichen – Kleiner Balkon, große Wirkung“  – ausgezeichnet von nebenan.de – möchten wir zeigen, dass auch ein kleiner bepflanzter Balkon etwas für die Umwelt, für das Stadtbild und vor allem für die gesellschaftliche Teilhabe bewirken kann. Gemeinsam mit Senior:innen und Freiwilligen möchten wir Balkone bepflanzen und dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden, gerne auch in den bestehenden oder sogar neuen Patenschaften. Bei der Auftaktveranstaltung am 22. September 2026 bringen wir torffreie Erde, Pflanzen und Saatgut sowie Pflanzgefäße mit. Gemeinsam wird gepflanzt und ausprobiert, was auf einem Balkon gut und nachhaltige wachsen kann. Dabei achten wir besonders auf:

  • insektenfreundliche Pflanzen und Saatgut,
  • torffreie Erde,
  • die Wiederverwendung gebrauchter Pflanzkübel und Gefäße.

So verbinden wir gemeinsames Tun, Begegnung und Freude am Gärtnern mit einem kleinen Beitrag für die Umwelt.

Bücher teilen und weitergeben, gemeinsam lesen

Unsere Bücherangebote passen zum Gedanken der Nachhaltigkeit: In unseren Lesezirkeln werden Bücher weitergegeben, getauscht und gemeinsam entdeckt. Bei den Lese-Treffen geht es nicht nur um die Bücher, es wird gemeinsam gelesen, vorgelesen und sich über die Geschichten und Themen ausgetauscht. Die Veranstaltung findet regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Bauverein Halle & Leuna statt. Zudem versuchen wir gesellschaftliche und ökologische Fragen literarisch aufzugreifen. So setzen wir uns beispielsweise bei einer Buchlesung in Kooperation mit der GWG Halle-Neustadt mbH mit dem Roman „Was wir wissen wollen“ von Ian McEwan auseinander.

Nachhaltigkeit zum Mitnehmen

Die Themen sollen nicht nur bei einzelnen Aktionen behandelt werden; wir teilen deshalb unsere eigenen Materialien und Ideen immer wieder auf unterschiedlichen Veranstaltungen. Dazu gehören auch unsere Gesprächskärtchen mit Gesprächsimpulsen, die zum Austausch über Umwelt, Klima, Gesundheit und den eigenen Alltag einladen sollen (Foto).

Entscheidend ist dabei: Nachhaltigkeit soll nicht belehren, sondern neugierig machen, Wissen teilen und zum gemeinsamen Ausprobieren einladen. Besonders der Austausch zwischen Generationen und Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Biographien kann zeigen, dass viele kleine Ideen im Alltag etwas bewirken können.

Umfrage zu interessanten Themen und Austauschformaten

In einer Umfrage im September 2026 fragen wir unsere Freiwilligen, welche Themen sie besonders interessieren, im Alltag und auch gemeinsam in den Patenschaften beschäftigen und tangieren. Weiterhin fragen wir nach passenden und sinnvollen Austauschformaten. Erste Tendenzen sind uns schon bekannt. Diese möchten wir zukünftig aufgreifen, ernst nehmen und in unsere Angebote einfließen lassen.

Der Seniorenbesuchsdienst Klingelzeichen steht vor allem für Begegnung, Gemeinschaft und Teilhabe. Nachhaltigkeit, Umwelt und Gesundheit ergänzt aber diesen Gedanken. Es geht darum, wie wir unseren Alltag gemeinsam gestalten, wie wir mit unserer Umwelt in unserer Stadt umgehen und was wir für unsere eigene Gesundheit und Lebensqualität tun können. Deshalb möchten wir Umwelt, Klima und Gesundheit genau da aufgreifen, wo sie gut zu unserem Alltag und unseren Angeboten passen, nämlich gemeinsam mit Senior:innen zu Hause und Freiwilligen und das dann mit kleinen, machbaren Schritten.