Als Oleksandra 2022 aus der Ukraine nach Deutschland kam, war ihr erstes Ziel klar: die deutsche Sprache lernen, um beruflich Fuß zu fassen. Sie besuchte einen Sprachkurs und ab 2024 zusätzlich zweimal wöchentlich das Frauencafé – einem Sprachangebot speziell für Frauen. Dort lernte sie Monika kennen, eine erfahrene Ehrenamtliche, die seit Jahren Sprachkurse im WELCOME-Treff leitet. Oleksandra erinnert sich: „Monika hat immer ein offenes Ohr und erklärt geduldig – sie ist eine wunderbare Lehrerin.“
Doch Monika wurde für Oleksandra mehr als nur eine Deutschlehrerin: Im Rahmen einer Berufspatenschaft unterstützte sie Oleksandra gezielt bei der Berufsorientierung und der beruflichen Integration. Gemeinsam erarbeiteten sie Bewerbungsunterlagen, übten Vorstellungsgespräche und besprachen Oleksandras Stärken und Möglichkeiten auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Besonders die Hürde der Sprache bereitete Oleksandra Schwierigkeiten – hier war Monikas praktische Hilfe entscheidend. Auch emotional war Monika eine große Unterstützung für Oleksandra. Die beiden sprachen über Literatur, Poesie und das Leben und besuchten auch Museen.
Heute hat Oleksandra eine Festanstellung als Verwaltungsmitarbeiterin in Halle gefunden. Doch die Geschichte endet nicht mit dem Arbeitsvertrag: „Monika ist meine erste deutsche Freundin!“ sagt Oleksandra strahlend. Auch jetzt, da der berufliche Einstieg geschafft ist, treffen sich die beiden regelmäßig. Aus einer Patenschaft wurde eine echte Freundschaft – und aus einer Sprachschülerin eine selbstbewusste Berufseinsteigerin.
Diese Erfolgsgeschichte ist Teil des Projekts „Berufspatenschaften – engagiert im Quartier“ der Freiwilligen-Agentur Halle (Saale) e.V. Das Projekt bringt engagierte Ehrenamtliche mit Menschen zusammen, die Unterstützung beim Einstieg in Ausbildung oder Beruf suchen. Ziel ist es, durch persönliche Begleitung, individuelle Beratung und gegenseitiges Vertrauen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern und nachhaltige Perspektiven zu schaffen. Die Patinnen und Paten helfen nicht nur bei formalen Fragen rund um Bewerbung und Berufsorientierung, sondern stärken auch Selbstvertrauen, Sprachkompetenz und gesellschaftliche Teilhabe.
Oleksandras Weg zeigt eindrucksvoll, wie wirkungsvoll ehrenamtliches Engagement sein kann – wenn Menschen einander begegnen, voneinander lernen und gemeinsam neue Perspektiven entwickeln. Wenn Sie als Patin oder Pate mitmachen möchten, können Sie sich gerne bei Antonia Niemeyer melden. Wir freuen uns auf Sie!
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Das BIWAQ Teilprojekt „Berufspatenschaften – engagiert im Quartier“ wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ“ durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

