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Sachsen-Anhalt im „Wheelmap-Fieber“

26. November 2025

Im Jahr 2025 haben wir zwölf Organisationen in Sachsen-Anhalt unterstützt, Wheelmap-Aktionen umzusetzen.

Treppen, Türschwellen oder auch eine Fußmatte – während sie vielen kaum auffallen, stellen sie für mobilitätseingeschränkte Menschen regelmäßig Hindernisse im Alltag dar. Aber häufig ist es schwer herauszufinden, wie zugänglich öffentliche Orte sind. Die Wheelmap soll bei diesem Problem helfen und zeigt, wie rollstuhlgerecht ein Ort ist. In der Onlinekarte www.wheelmap.org können alle Nutzer:innen die Zugänglichkeit von Orten eintragen.

Mit dabei waren 2025: Bad Schmiedeberg, Brehna, Dessau, Halle, Köthen, Magdeburg, Roßla, Sangerhausen, Tangermünde, Wittenberg, Wolfen, Zahna und Zerbst. Die Aktionen fanden vor allem im Mai rund um den “Europäischen Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung” statt und im September während der “bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements.”

Barriere-Check in Brehna…

Initiiert vom Verein Brehn’sches Stadtleben und dem Landkreis und unterstützt von der Stadtverwaltung Sandersdorf-Brehna, testeten Freiwillige – teils selbst im Rollstuhl –, wie gut Alltagstauglichkeit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wirklich ist und um dem Ort „auf den Zahn zu fühlen“: Wie gut kommen Rollstuhlfahrer & Co. eigentlich durch den Alltag?

Das Ergebnis? Es gibt noch viel zu tun! Von fehlenden Gehwegen über holpriges Kopfsteinpflaster bis hin zu unüberwindbaren Stufen – Barrieren lauern an jeder Ecke. Die gute Nachricht: Viele Zugangsprobleme lassen sich mit einfachen Mitteln wie mobilen Rampen lösen – und die kann man sogar von der Steuer absetzen!

Besonders erfreulich: Läden, die schon barrierefrei sind, wurden mit einem grünen Sticker ausgezeichnet. Ein sichtbares Zeichen: Hier sind alle willkommen!

… und Köthen

Freiwillige bei der Wheelmap-Aktion in Köthen mit und ohne Rollstuhl

Auch in Köthen schlossen sich Freiwillige mit und ohne Rollstuhl zusammen, um eine Wohn- und Einkaufszone in ein Testgebiet der Barrierefreiheit zu verwandeln. Das Vorhaben wurde vom Teilhabemanagement des Landkreises Anhalt-Bitterfeld angestoßen – gemeinschaftlich ging es darum, Wege frei zu machen für alle Menschen.

Gemeinsam Hindernisse sichtbar machen – in Zerbst...

In Zerbst machten sich Schüler:innen der 3., 7. und 11. Klasse der Schule “Am Heidetor” im Rahmen ihrer Projektwoche auf den Weg, um öffentliche Orte auf ihre Zugänglichkeit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu prüfen. Mit Stift und Klemmbrett begaben sie sich in Kleingruppen auf Erkundungstour, um Gebäude, Wege und Plätze zu untersuchen und zu dokumentieren.

Positiv fiel auf, dass viele öffentliche Gebäude in Zerbst bereits mit Rampen, Aufzügen und barrierefreien Toiletten ausgestattet sind.  Kritische Punkte zeigten sich vor allem auf den Wegen zu den Zielorten. Straßenüberquerungen waren häufig schwer einsehbar, was die Sicherheit für
Rollstuhlfahrende und Begleitpersonen beeinträchtigte. Oft mussten längere Umwege in Kauf genommen werden, da nicht alle Wege rollstuhlgerecht gestaltet sind. Ein weiteres Problem stellten Mülltonnen dar, die auf Gehwegen abgestellt waren und so den Durchgang für Rollstühle blockierten.

Und in Bitterfeld…

Wheelmap-Aktion in Bitterfeld

Bei der ersten Wheelmap-Aktion in der Bitterfelder Innenstadt.

Hier initiierte das städtische Teilhabemangement zum ersten Mal eine wheelmap-Aktion in der Innenstadt, rund um den Marktplatz. Neben vielen Freiwilligen mit und ohne Rollstuhl war auch der Bürgermeister mit von der Partie.

Fazit

Wenn Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen, gemeinsam für Barrierefreiheit und Inklusion unterwegs sind und konkrete Ergebnisse auf der Online-Karte Wheelmap.org eintragen, ist das nicht nur eine Hilfe für Rollstuhlnutzer:innen, sondern bietet auch Spaß und einen Perspektivwechsel auf die eigene Stadt.

Auch wenn sich an einigen Orten herausstellte, dass in Sachen Rollstuhlgerechtigkeit noch einiges verbesserungswürdig ist, sensibilisiert jede Wheelmap-Aktion die Augen sowohl der Teilnehmenden als auch der Café- und Ladenbesitzer:innen, macht Teilhabe für alle planbarer und stärkt das Bewusstsein für echte Barrierefreiheit.

Wir danken unserem Förderer:

Das Projekt „Gutes geht digital – Wheelmap-Aktionen für mehr inklusiven Zusammenhalt in Sachsen-Anhalt“ wird gefördert vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung im Rahmen des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt sowie von der Sozialagentur Sachsen-Anhalt im Rahmen des Aktionsplanes „Einfach machen“.